Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen über die Dinge beunruhigen die Menschen. – Epiktet
Wir sind tief davon überzeugt, direkt in Dingen oder dem Verhalten von Personen eine Bedeutung sehen zu können. Wir glauben, dass die Bedeutung in den Dingen oder dem Verhalten selbst zu finden ist. Aber das ist nicht der Fall. Zum Glück, wie das folgende Beispiel zeigt.
Sie haben sich gerade verliebt. Sie sehen in dem Menschen alles Attraktive und Schöne dieser Welt. Für Sie ist dieser Mensch einfach attraktiv und anziehend. Aber wenn dem so wäre, dann müssten sich alle Menschen in diesen Menschen verlieben. Alle Menschen müssten sich zu diesem Menschen hingezogen fühlen, wenn die Attraktivität in dem Menschen selbst läge. Offensichtlich ist das nicht der Fall – und darüber sind Sie sicherlich auch ganz dankbar!
Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass in einer Situation oder in einem Verhalten eines Menschen zunächst einmal keinerlei unmittelbare Zuschreibung von Bedeutungen oder Bewertungen wie schön oder hässlich, angenehm oder unangenehm, wertvoll oder wertlos liegt. Erst unsere zusätzliche Reaktion darauf gibt den Dingen eine bestimmte Bedeutung.