Ingo Zacharias

heiter & gelassen

Leben ohne Sorgen und Stress

Kategorie: Ich (Seite 1 von 3)

Über die Wandlung der hektischen Zeit in Gelassenheit

Im Alltag sind wir meistens auf dem Sprung. Es gibt viel zu tun, viel zu erledigen. Deshalb muss vieles möglichst schnell gehen. Und während wir noch diese Sache tun, sind wir im Kopf schon bei der nächsten Aktivität. Oder wir versuchen aus einer unangenehmen Tätigkeit oder Situation möglichst schnell raus zu kommen, um uns wieder besser zu fühlen.

Fast jeden Tag unterziehen wir uns unserem ganz persönlichen „Stresstest“: „Kriege ich alles hin?“ – „Da muss ich hin!“ – „Damit will ich endlich fertig werden!“

Irgendwo in uns kriegen wir mit, wie anstrengend, ja wie auslaugend diese Art zu leben ist. Wir freuen uns vielleicht auf den Urlaub oder einen freien Sonntag im Monat. Oder wir besuchen einen Entspannungskurs, machen Yoga, meditieren morgens 20 Minuten.

Wir lassen uns kurz etwas fallen – aber dann „muss“ es weitergehen. Wir funktionieren und versuchen, gute Gefühle zu maximieren und ungute Gefühle zu minimieren.

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Was fühlt sich besser an: Zuwendung oder Ablehnung? – Jeder Mensch weiß die Antwort.

Am Anfang eines Seminars oder Vortrags zum Thema „Achtsame Kommunikation – Wie Beziehung gelingt“ fragen meine Partnerin Ute Niemann und ich die TeilnehmerInnen oft: „Was macht für Sie eine gelingende Kommunikation bzw. ein gelingendes Miteinander aus? Welche Qualitäten und Eigenschaften müssten dazu vorhanden sein?“

Einige der Antworten lauten dann: respektvoll, dem anderen mit voller Aufmerksamkeit zuhören, interessiert, andere Ansichten gelten lassen, nicht-wertend, einfühlsam, klar, ehrlich, sich Zeit füreinander nehmen, wertschätzend, Raum gebend, verstehen und verstanden werden.

Interessant ist dabei immer wieder folgendes: Keiner kommt auf die Idee zu sagen „Ab und zu gehört auch ein richtiger Streit dazu“, „Manchmal müssen die Fetzen fliegen“, „Man muss seinen Ärger einfach mal rauslassen“, „Dem anderen mal ordentlich seine Meinung sagen – auch mit Kraftausdrücken“. Keiner kommt auf diese Formulierungen.

Warum ist das so? Warum fallen den Menschen nur positive Eigenschaften ein?

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Die 7 Stufen der Gelassenheits-Stress-Skala

Wie ist Ihr geistiger und körperlicher Zustand in diesem Moment? Gelassen? Gestresst? Oder nicht richtig gelassen, aber auch nicht richtig gestresst?

Gewöhnlich verbinden wir mit Gelassenheit einen Zustand wie auf dem Bild rechts. Es ist ein Zustand, wo wir innerlich die Anforderungen des Alltags für eine Weile hinter uns lassen. Demgegenüber erleben wir Stress, wenn wir uns getrieben fühlen, wenn wir (oft unbewusst) immer schon das Nächste im Blick haben, obwohl wir jetzt erstmal hier etwas zu tun haben.

Doch bei genauerem Hinsehen gibt es eine größere Anzahl an Gelassenheits- und Stresszuständen. Ich empfinde eine solche Differenzierung als hilfreich, um zu verstehen, wo ich gerade stehe (oder in einer bestimmten Situation stand). So kann ich besser erkennen, wie weit ich von den Zuständen von Gelassenheit entfernt bin, auf welche inneren Prozesse ich in Zukunft besser achten sollte und was mir in einer schwierigen Situation als Akutmaßnahme helfen könnte.

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Raus aus Opferland – Der Weg der Versöhnung mit „ungerechten“ Lebensumständen

„Wenn du einem Unheil begegnest, ist es gut, dem Unheil zu begegnen. Dies ist die wunderbare Weise, dem Unheil zu entrinnen.“ – Ryokan

Ich habe gerade das bewegende Buch „Leben oder gelebt werden“ von Walter Kohl gelesen. Kohl? Ja, Kohl. DER Kohl! Also der Sohn von Helmut Kohl!? – Und damit ist auch schon das Kernproblem benannt, das Walter Kohl in seinem Buch beschreibt:

Zeit seines Lebens sehen die Menschen in ihm fast nur den „Sohn vom Kohl“. Sie sehen seinen Vater, obwohl sie vor ihm stehen. Sie drücken das aus, was sie an seinem Vater bewundern oder ablehnen, obwohl sie mit ihm sprechen.

Können Sie sich vorstellen, wie es wäre, wenn Sie kaum als eigenständige Person wahrgenommen werden, sondern fast immer nur als „der Sohn von…“ oder „die Tochter von…“? Wie dies einen tiefen Zweifel in Sie hinein gräbt, wer Sie selbst sind und wie wertvoll Sie sind – unabhängig von den positiven oder negativen Bewertungen, die Ihnen über Ihre prominenten Eltern entgegengebracht werden?

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Die befreiende Kraft der Hingabe

Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter und Beobachtetem. – Jiddu Krishnamurti

Eckhart Tolle stellt den Bewusstseinszustand der Hingabe körperlich dar.

Das Wort „Hingabe“ gehörte nicht gerade zu den populären Begriffen unserer Zeit. Am ehesten findet es noch Verwendung, wenn jemand etwas mit großer Leidenschaft tut und ganz in einer Tätigkeit aufgeht. Dann hat dieser Mensch etwas mit „viel Hingabe“ getan. Im christlichen Kontext verbinden wir dagegen „Hingabe“ meistens mit Begriffen wie „Selbstaufgabe“ und „Hingabe an Gott“.

Wenn Sie ansonsten einmal das Wort „Hingabe“ auf sich wirken lassen, fallen Ihnen wahrscheinlich einige dieser Begriffe ein: aufgeben, ergeben, kapitulieren, sich geschlagen geben, ertragen, erdulden, ausgeliefert sein, handlungsunfähig. Das klingt nicht gerade positiv und einladend!

Aber richtig verstanden ist Hingabe eine Kraft, die unserem Leben eine tiefe innere Freiheit bringt und ein gelassenes Aktivsein in der Welt ermöglicht.

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